Bilder aus dem Archiv
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Die Wurzeln der OLMA
St.Gallen ist seit langem ökonomischer Mittelpunkt der Ostschweiz und damit Ort des Kaufens und Verkaufens - ein Zentrum von regionaler Bedeutung, dessen Handelsbeziehungen sich seit dem 15. Jahrhundert auf ganz Europa erstrecken.
Über ein erstes städtisches Lagerhaus berichtet eine Urkunde Kaiser Friedrichs III. vom 25. August 1466. Das Privileg von 1466 erläuterte und verschärfte der Kaiser 1487 in einer für die freie Reichsstadt St.Gallen sehr günstigen Weise. Er gebot, niemand dürfe in der Region dem Markt und Handel von St.Gallen irgendwelche Hindernisse bereiten.
In Niederschriften von Joachim von Watt (1484-1551), genannt Vadian, ist nachzulesen, dass die Stadt Wochenmärkte unter reger Teilnahme der Nachbarschaft durchführte. Besonders grosse Waren- und Viehmärkte - Vadian nennt sie "Messen" - fanden um den Auffahrtstag im Mai und um den Gallustag im Oktober statt.
Seine Bedeutung als wichtiger Handelsplatz baute St.Gallen zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter aus. Die Exporterlöse mit Erzeugnissen aus der Gallusstadt, vornehmlich mit modischen Textilien, führten gar zeitweise die schweizerische Handelsstatistik an.
Hauptthema der 1. OLMA ist der landwirtschaftliche Mehranbau, die sogenannte "Anbauschlacht". Den Zeitumständen entsprechend sind auch der Gewinnung und Erhaltung von einheimischen Rohstoffen sowie den neusten Verfahren, Maschinen und Geräten zur Produktions-steigerung in der Waldwirtschaft (Foto vom Freigelände), im Obstbau und in der Milchwirtschaft speziell gestaltete Sonderschauen gewidmet.
Die Tiervorführungen sind bereits an der 1. OLMA eine Hauptattraktion. Gemäss Messekatalog wird täglich ab 15 Uhr Zuchtvieh aus dem Kanton St.Gallen vorgeführt. Täglich von 11-12 und von 14-15 Uhr ist der Vorführplatz reserviert für Demonstrationen von Maschinen und Geräten zum aktuellen Thema "Mehranbau".
Messestadt seit 1943
Eigentliche Messestadt nach dem heutigen Begriff ist St.Gallen allerdings erst seit den 40er-Jahren dieses Jahrhunderts, als die OLMA gegründet wurde. Die OLMA hat ihren Ursprung nicht einfach in einem zufälligen Einfall. Sie wurzelt im Wunsch weitverzweigter Gruppen der Land- und Milchwirtschaft, ihre Leistungen stolz zu zeigen und fachlich zu vergleichen.
Die Versorgungsengpässe, welche zu Beginn der Vierzigerjahre ihre Ursache in den Wirren des Zweiten Weltkrieges hatten, verschafften den Anliegen der Landwirtschaft und der Landesversorgung brennende Aktualität.
1941 einigten sich Stadt und Kanton St.Gallen, die landwirtschaftlichen Organisationen des Kantons und weitere Interessengruppen, gleichzeitig mit dem Herbstjahrmarkt eine Landwirtschaftsausstellung zum Thema "Mehranbau" in St.Gallen durchzuführen. Eine zweite landwirtschaftliche Ausstellung fand vom 10. bis 21. Oktober 1942 statt.
Bereits 1944 sind die Degustationsstände beliebte Treffpunkte der Messebesucher. Allerdings, wie der nebenstehende Ausschnitt dieses Bildes zeigt, dürften damals die angebotenen Speisen nicht gerade für jedermann alle Tage erschwinglich gewesen sein. Immerhin kostet gemäss den Angaben auf dem Preisschild eine OLMA-Bratwurst oder ein OLMA-Schüblig vom Grill Fr. 1.80.
Mit einem Preis von 60 bzw. 65 Rappen pro Stück dürften da die Früchte- oder Käsefladen wahrscheinlich mehr Absatz gefunden haben.
Zu beachten gilt es auch, dass die bekanntesten St.Galler Wurstspezialitäten schon damals als OLMA-Bratwurst bzw. OLMA-Schüblig bezeichnet wurden, um sie so von "gewöhnlichen Würsten" zu unterscheiden.
1. OLMA 1943
Mit der ersten eigentlichen OLMA im Jahre 1943 wurden die Ziele weiter gesteckt. Es wurde angestrebt, "die Bedürfnisse einer Ausstellung und einer Messe, die Schaustellung von Produkten, die belehrende Aufklärung und die Notwendigkeit des Warenverkaufs zu einer Synthese zu formen".
In dieser neuformulierten Konzeption liegt einer der Hauptgründe für den kontinuierlichen Erfolg dieser Messeveranstaltung. Der Name OLMA - eine Abkürzung für die Bezeichnung "Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung" - drang leicht in alle Ohren. Und schon 1946 erhielt die OLMA die bundesrätliche Anerkennung als nationale Messe und nennt sich seither (bis 2004) OLMA Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft. Seit 2004 lautet die offizielle Bezeichnung OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung.
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Trägerschaft der OLMA
Träger der OLMA war anfänglich die Stadt St.Gallen. Aber bereits 1943 waren fünf Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein am Unternehmen beteiligt. Im Jahre 1953 wurde eine eigene Trägerschaft verwirklicht.
Mitglieder der neuen Messe-Genossenschaft wurden die Kantone St.Gallen, Appenzell AR, Appenzell IR, Thurgau, Schaffhausen, Glarus, Graubünden sowie das Fürstentum Liechtenstein und die Stadt St.Gallen.
Als wesentliche Geldgeber zeigten sich auch die Wirtschaft, namentlich landwirtschaftliche und gewerbliche Organisationen sowie die Banken der Ostschweiz.
Bereits die 3. OLMA platzt aus allen Nähten, so dass auch der Stadtpark ins Messeareal miteinbezogen wird. Die Museumstrasse mit dem Jahrmarkt wird mit einer eigens zu diesem Zweck konstruierten Holzbrücke überquert.
Stolze Entwicklung der Besucherzahlen
Schon in den ersten Messejahren - und bis heute - zeichnete sich die OLMA durch einen überraschend grossen Publikumserfolg aus. Rund 370'000 - 390'000 Personen besuchen die OLMA Jahr für Jahr und machen sie damit zu einer der grössten Publikumsmessen der Schweiz.
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Der Brand der Halle 7
In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000, wenige Stunden nach Abschluss der 58. OLMA, brannte die Degustationshalle 7 vollständig ab. Sowohl am Gebäude als auch an den Standeinrichtungen entstand Totalschaden. Das Ereignis brachte den grossen emotionalen Wert dieser Halle ins Bewusstsein und löste nicht nur in der Ostschweiz, sondern national ein grosses Medienecho aus. Glücklicherweise kamen bei dem Grossbrand keine Personen zu Schaden, und es bestand auch keine Gefährdung der Tiere im nahegelegenen Stallzelt. Die Brandursache ist bis heute ungeklärt. Bereits an der OFFA 2001 konnten die Aussteller der ehemaligen Halle 7 ihr Angebot in den Hallen 4 und 5 präsentieren.
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Unterlagen zur Geschichte der OLMA
- Dokumentation über die OLMA-Geschichte 1943-2011 ¦ Fakten, Zahlen, Pläne und Zitate über Entstehung und Entwicklung (PDF, 109 Seiten, 4.4MB)
- "Das Geheimnis der OLMA", von Josef Osterwalder, Redaktor "St.Galler Tagblatt" ¦ Zeitungsauschnitt aus dem "St.Galler Tagblatt" vom 17. Oktober 2009
- OLMA-Plakate 1943-2011 (Flashfilm, 2,9 MB)
- OLMA-Bratwurst - Die Wurst der Würste
Informationen über die beliebte St.Galler Wurstspezialitat finden Sie hier
Nachweis für alle Fotos auf dieser Seite: Foto Gross und Foto Zumbühl, St.Gallen/ Archiv Olma Messen St.Gallen
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